Insight

DMEA 2022: Mit Design Thinking die IT-Organisation im Krankenhaus transformieren.

16.2.2023
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Geschrieben von:
Dr. Christophe Vetterli
und

OPs, Ambulanzen, Notfall – oft ist die IT zu weit weg von Kernprozessen! Wie bringen wir sie näher an die zentralen Fragen des Kerngeschäfts? Wie schaffen wir es, dass die IT den digitalen Wandel proaktiv in die Kernprozesse mitplanen kann und nicht nur reaktiv auf Hinweise der Nutzer «wartet»? Zu diesen Fragen durfte Christophe Vetterli an der diesjährigen DMEA 2022 ein Referat halten. Das Potential von Design Thinking innerhalb der Digitalisierung bildete die methodische Grundlage der Ausführungen.

Die DMEA gilt als die grösste Digital Health Messe in Europa und ist gespickt mit inspirierenden Keynotes, praxisnahen Vorträgen und einem riesigen Angebot an Messeständen der grossen Player wie GE, Philips, Siemens aber auch jüngeren Anbietern bzw. Start-Ups wie unserem Partner Ximius, Komed Health oder HeyPatient.

Es ist auch der Ort, wo alte und neue Bekanntschaften aufgefrischt werden bzw. entstehen. So war zum Beispiel Prof. Dr. Alfred Angerer von der ZHAW in derselben Session und wir durften beide zum gemeinsam verfassten Buch New Healthcare Management (Link zum Buch) referenzieren.

Mit Beat Wittwer, von Wagner Visuell, war unser Partner für Mobilität in den Pflegestationen mit seinen innovativen Pflegewägen vor Ort. Unser Partner Ximius mit Frits van Krieken & Robert Quanjel zeigten den Besuchern, welche Neuerungen im Rahmen der Software für unser Integrales Kapazitätsmanagement möglich sind. Mit Stefan Lienhard, Geschäftsführer digital health center, wurden gleich noch der gemeinsame Event im Spätsommer 2022 zum Thema Digital Health und Design Thinking besprochen. Eins war klar, die Industrie wollte sich von der besten Seite zeigen und präsentierte den Besucherinnen und Besuchern sowie den Referierenden die jüngste Innovation.

Die Session „Organisationen der IT im digitalen Wandel“ war der Rahmen für den Vortrag von VRP-Co Founder Christophe Vetterli. Die beiden Session-Verantwortlichen Jürgen Flemming und Andreas Bess designten die Session im Vorfeld aus der Motivation heraus, zu zeigen, dass es bewusst auch anders gehen muss als bisher.

Der Vortrag von Christophe Vetterli zeigte, wie mit Design Thinking die IT näher an die Entwicklung der Kernprozesse gebracht wird. Diese Nähe provoziert, dass sich im Gegenzug auch die IT signifikant weiterentwickelt. Das IT-Wissen über die Kernbereiche wird weiter aufgebaut und die IT kann dadurch stärker antizipieren, was die wichtigsten Prozesse in jedem Spital in Zukunft brauchen. Die genannten Beispiele reichten von Deutschland, über Österreich bis in die Schweiz. Was hatten diese Beispiele gemeinsam? Im gesamten Bereich DACH wird mit der gleichen methodischen Herangehensweise und Expertise die Schnittstelle IT und klinische Kernbereiche besser bedient.

Die Diskussion im Anschluss des Vortrages unterstrich, dass nicht die geografischen Unterschiede entscheidend sind, sondern dass die Führung gefordert ist, die Prioritäten richtig zu setzen. „Wie ist das mit den knappen Ressourcen für diese Prototypen-Sprints?“ fragten ein Assistenzart und ein IT-Leiter. Die Erfahrung zeigt, dass die Arbeit an relevanten Themen eine organisatorische Anziehungskraft ausübt und eher geschaut werden muss, dass nicht zu viele Personen mitsprechen wollen. Die Wissenschaft hat uns schon lange gelehrt, dass zu grosse Innovationsteams zu träge sind und zu viel diskutieren, anstatt Prototypen zu bauen bzw. über diese zu lernen. Die Entwicklungsnähe zum Kernprozess über Design Thinking provoziert eine sehr hohe Dynamik. Dies unterstrich die Diskussion, dass die Entwicklungs- und Reaktionsgeschwindigkeit auf Marktveränderungen eine neue IT-Organisation verlangen – mit Design Thinking als methodischer Grundpfeiler. (Noch mehr Beispiele von IT-spezifischen Beispielen im Healthcare Umfeld: Design Thinking for Software Engineering (Hehn et al. (2021) mit Praxisbeispielen von Christophe Vetterli zum Gesundheitswesen)

Die ganze DMEA unterlag dem Slogan des digitalen Wandels. VRP-Managing Partner Christophe Vetterli schloss seinen Vortrag mit der Aussage, dass dies zu kurz greift. Die Arbeit der IT mit Leistungserbringern aus dem Kerngeschäft fördert nicht nur den digitalen Wandel, sondern provoziert die Transformation des Gesundheitswesens aus einer ganzheitlichen Sicht – unabhängig ob digital oder analog. Denn Mensch bleibt Mensch und wird vermutlich noch sehr lange Mensch bleiben.

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